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About? Nee: Über…

Jetzt kuckt bitte alle weg, sonst werd’ ich rot. Ich stell’ ja nur deshalb Artikel ins Internet, damit keiner hinsieht.

Wer mir das nicht glaubt, der kann mal ein bisschen nachforschen. Er wird feststellen, dass es da mal eine Site gab, die hieß anderersites – der Server mit Standpunkt. Auf der gab’s eine Rubrik Speaker’s Corner. Die war in Deutschland einigermaßen bekannt. Diese Rubrik war ungefähr das, was man heute einen Blog nennt. Natürlich ohne diese ganzen automatischen Quer-, Vorwärts- und Seitwärts-Verlinkungen, ohne Trackback und RSS. Und weil das alles vor Web 2.0 war, muss es schon furchtbar lange her sein.

Manchmal habe ich das Gefühl, zwischen Web 1.0 und Web 2.0 muss die Menschheit für einen Moment lang ausgestorben gewesen sein. Anders ist nicht zu erklären, dass jeder glaubt, seit Web 2.0 sei das Internet neu erfunden worden. Falsch! Vernetzungen gab es schon immer, die Web 1.0-Aktivisten (Wir!) haben sie nur von Hand hergestellt. Zugegeben, sie waren „damals“ nicht ganz so effektiv. Ach ja, den Tod der Tageszeitung haben wir auch schon vorausgesagt.

Kann sein, dass wir alledem inzwischen ein Bisschen näher gekommen sind. Aber Wunder dauern bekanntlich ein wenig länger, der Begriff Revolution ist derweil zum Marketing-Schlagwort verkommen. Tja, und seit es GPS-Geräte gibt, rennen die Leute wieder in den Wald, suchen nach Armbändchen in Tupper-Dosen, freu’n sich, weil sie statt dem Armbändchen für Tochter Lisa ein noch viel wichtigeres Benimmbüchlein für den Recken Anton gefunden haben. Dann machen sie Picknick im Grünen, zwischen Zecken und Eichenprozessionsspinnern, und schimpfen über das viel zu kleine Karten-Display im GPS. Die Wanderkarte wird aus dem Rucksack gezerrt, und da haben wir’s wieder, das Papier.

Ich möcht’s nicht mehr missen, das Internet. Ich möcht’s aber auch nicht überwerten. Es ist immer noch ein sehr ortsgebundenes Medium. Displaygrößen spielen eine Rolle, Batteriestandzeiten, verfügbare Hotspots und schließlich auch noch Gebühren. Ich gestehe, ich bin einer von denen, über die ich im vorigen Absatz gelästert habe. Und ich genieße die Momente, in denen ich buchstäblich im Wald stehe und über die Unzulänglichkeiten meines GPS fluche, denn sie sind es, die mich neu gelehrt haben, genau hinzusehen, mich auf das Denken anderer wieder einzulassen. In diesen Augenblicken vermisse ich keinen Hotspot und kein Handy.

Da fühle ich mich wie vor etwa zehn Jahren, in jener Zeit vor unserer Zeit.

Bleibt die Frage, warum machen wir das alles eigentlich? Ich glaube, weil der Mensch danach strebt, in der von ihm selbst geschaffenen Begriffswelt Bestand zu haben. Ein entscheidender Begriff heißt Ewigkeit.

Amen…

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